Abstract

Der Aufsatz problematisiert die Rolle internationaler Organisationen bei der Propertisierung kultureller Güter seit dem späten 19. Jahrhundert. Die Autorin argumentiert, dass die internationalen Organisationen die Einführung eines weltweiten Autorenschutzes maßgeblich beförderten, indem sie den grundsätzlichen Konflikt zwischen Kultur exportierenden und Kultur importierenden Staaten, der die Internationalisierung geistiger Eigentumsrechte von Beginn an begleitete, zu Gunsten der Rechteinhaber lösten. Die Funktion der internationalen Organisationen bestand vor allem darin, Befürwortern und Gegnern einen institutionellen Ort für den Streit über die kultur- und wirtschaftspolitischen Vor- und Nachteile eines eigentumsförmigen Managements kultureller Güter bereitzustellen, ohne dabei jedoch den Umgang mit Kultur und Wissen in Eigentumskategorien grundsätzlich infrage zu stellen. Obwohl diese politischen Kontroversen die Ausdehnung eines internationalen Autorenschutzes bisweilen verkomplizierten, trieb diese Praxis die Einführung weltweit gültiger Autorenrechte langfristig voran, indem sie die Verknüpfung von Kultur und Eigentum stärkte und die Ausarbeitung alternativer Strategien zur Regelung von Kultur und Wissen marginalisierte.

Available Formats

Published

2011

How to Cite

Löhr, I. (2011). The Propertisation and Internationalisation of Culture in the 20th century. Comparativ, 21(2), 29-45. https://doi.org/10.26014/j.comp.2011.02.02

More articles by the same author(s)











1 2 > >>