Abstract

Nachdem es von Frankreich und Großbritannien besiegt worden war, unterzeichnete China 1858 die Verträge von Tianjin und stimmte der Aufhebung des Christentumsverbots zu. Die darauf folgenden diplomatischen Verhandlungen über den gesellschaftlichen, rechtlichen und steuerlichen Status von Christen machte die herrschende Schicht mit der Doktrin und den Praktiken dieser Religion bekannt und formte ihre allgemeine Wahrnehmung des Christentums. Auf der Grundlage einer Analyse von Schriften aus der Feder nicht-christlicher Angehöriger der Elite argumentiert der vorliegende Beitrag, dass das Auftreten der westlichen Nationen als Hüter der Rechte von Christen weltweit die Identität des Christentums von „der Religion aus dem Westen“ zu „der Religion des Westens“ veränderte. Auch Bemühungen, einige der Vertragsrechte auch auf chinesische Christen auszuweiten, trugen zur Schaffung einer separaten Verwaltungskategorie für Anhänger des Christentums bei und verstärkten die kulturelle Andersartigkeit, die mit dem Christentum assoziiert wurde. Diese Andersartigkeit wurde später in den chinesischen Begriff von Religion eingeschrieben, der, wie zahlreiche Forscher bemerkt haben, größtenteils auf dem Bild des Christentums beruhte.

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2010

How to Cite

Kuo, Y.- pei. (2010). Before the Term:: „Religion“ as China‘s Cultural Other. Comparativ, 20(4), 98–114. https://doi.org/10.26014/j.comp.2010.04.06